da ist er ja - und sooo klein
Lighthouse Route:     von Halifax nach Yarmouth

Das Wetter wechselt so schnell wie die Landschaft

Evangeline Trail:     von Yarmouth bis Grand Pré

Beinahe jedes noch so kleine Dörfchen, aus einer handvoll Häuser bestehend, hat sicherlich zwei Kirchen 

Digby Neck:     74 km lange Nehrung

Die Bay of Fundy mit der Digby Neck-Landzunge ist für die grossen Gezeitenunterschiede, Wale und Vogelparadies bekannt und natürlich für die grossen St.Jakobsmuscheln

Cabot Trail:     schönste Küstenstrasse der Welt um das Nordwestbecken von Cape Breton

Im Minas Becken, zur Fundy Bay gehörend, gibt es die höchsten Gezeitenunterschiede von bis zu 21 m

Sunrise Trail:     rund um das Minas Becken

traumhafte Norden mit herrlichen Wandermöglichkeiten

 

Nova Scotia:  07. - 18. Juni 2017

 

Schönstes Frühlingswetter empfängt uns in der ‚neuen Welt‘ im Osten Kanadas. Auffallend ist die freundliche und ungezwungene Art wie wir überall empfangen werden. Sea-Bridge‘s perfekte Papier-Vorbereitung klappt in allen 3 stadtverteilten Orten in Halifax (Spedition/ Zoll/ Hafengebäude) und nach wenigen Stunden sind wir wieder im Besitz unseres Campers. Kein Transportschaden, kein Einbruch, alles prima.

Nach der Stadtbesichtigung steuern wir über das weite feuchte Hochmoor gen Peggy‘s Cove, mit seinem wohl bekanntesten Leuchtturm. Im Nebel und sturmgepeitscht finden wir den pittoresken kleinen Hafen. Der raue, unberechenbare Nordatlantik und tückische Nebel sind für hier nicht vertraute Seefahrer eine gefährliche Herausforderung. Die 3000 Wracks zeugen davon. Unweit finden wir das Memorial des Swissair-Fluges 111, des Absturzes von 1998.

Neuschottland ist wie ein Heimkommen zu Freunden, mit traumhaften Küsten, idyllischen Seenlandschaften und schmackhaften Meeresfrüchten wie Jakobsmuscheln und Hummer, malerischen Fischerdörfern, Sandbuchten und mächtigen glattgewaschenen Felshaufen. Die verschiedenen Trails, bzw. Auto’wander’wege zeigen uns die Vielfältigkeit der Halbinsel und sie begeistern in ihrer Lieblichkeit, Wild-, Bunt- und Besonderheit:

Leighthouse-Trail, Marine-Trail, Evangeline-Trail, Glooscap-Trail, Sunrise-Trail, der Cabot- Ceilidh- und Bras d’Or-Trail (Cape Breton, eine der schönsten Küstenstrassen).  

Digby Neck ist besonders reizvoll mit seinen Vogelkolonien, kurzen Fährenüberfahrten, Wandermöglichkeiten und malerischen Fischerorten. In Digby schlemmern wir die frischesten, grössten und leckersten Jakobsmuscheln.

In der Bay of Fundy ziehen zweimal täglich etwa 1‘000 Millionen Tonnen Wasser in die Bucht und wieder ab. Der Gezeitenunterschied ist mit bis zu 21 Metern der weltweit höchste. Eindrücklich, mit welcher Kraft das Wasser abgesogen und wieder, alles überrollend, eingefüllt wird. Im Trockenen um eine Insel spazieren ist schon einmalig.

Viele tausend Schotten leben im Celtic Heritage, sanfte Kurven, meterhohe Felsen vor rauer See, Dudelsack- und Fiedelmusik, Bars, Kilts, Kinderlätzli im Karomuster, man glaubt sich in Schottland… 22 Prozent der Bevölkerung spricht Französisch. Noch viele Akadier, Nachkommen französischer Siedler die ihrer alten Kultur bis heute treu geblieben sind, leben in Kanada, (USA), Nova Scotia und am Sankt-Lorenz-Strom. „Chiac“, deren heutige Sprache, ist eine Mischung aus Französisch, Altfranzösisch und Englisch, sie ist in kleineren Orten ab und zu noch zu hören. An den Ufern des Bras-d’Or sind die Ureinwohner, die Mi’kmaq-Indianer beheimatet. Sie leben heute in Reservaten und arbeiten als Busfahrer, Wald- oder Bauarbeiter, aber viele sprechen noch die Sprache ihrer Vorväter.

Nova Scotia hat uns mit ihrer Vielfältigkeit sehr gefallen. Die bunten Holzhäuser sind extrem schön, bis wir eines Tages bemerkten, dass viele neue Bauten nicht mehr aus Holz, sondern aus Kunststoff-Holzimitation sind. Was für eine Enttäuschung.

Relativ schnell wurde die Halbinsel umfahren, niemand konnte uns informieren, ob in Neufundland noch Eisberge zu sehen sind, die Fährenüberfahrt nach Labrador wetterbedingt zustande kommt und ob uns die Zeit reicht, Kanada inkl. Alaska bis Herbst zu verlassen. Letzte Station ist Sydney, sympathisch, denn die grössere gleichnamige Stadt ennet dem Pazifik ist mein Geburtsort. Vor der Stadt passieren wir eine ähnlich konstruierte Brücke, folgen der Autobahn bis ins Herz der Industriestadt und suchen vergebens nach einem lieblichen Blickfang. 80‘000 Menschen leben praktisch auf einem riesigen Kohlefeld mit Grubenstollen, die sich weit unter das Meer erstrecken. Es herrscht Armut und Arbeitslosigkeit.

Am nächsten Morgen werden wir nach Neufundland in See stechen.

        mehr siehe Fotos:

'Halifax bis St.Lorenzstrom'