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Honduras:  03.12. – 13.12.2019

 

Sollen wir eine Abkürzung nach Copán über die Berge nehmen? Wie wird die Strasse sein? Also entschliessen wir uns erstmals in Santa Rosa de Copán einen Nachthalt im sicheren Hinterhof eines Automechanikers einzulegen und am nächsten Tag die grosse Strassenschlaufe zu fahren. Bei einem leckeren Kaffeehalt unterwegs erzählen Mutter und die beiden Töchter lachend, hier in ihrem Dorf sei es so sicher, man müsse das Auto nicht mal abschliessen. Wir wissen, nicht ganz Honduras ist so sicher, Kriminalität, Korruption und Jugend-/Kinderbanden sind grosse Risiken. Irgendwann biegt Richard links in eine Staubstrasse ein – doch, die Strasse führe nach Copán und sei gut machbar, meint eine Ananasverkäuferin am Wegrand. Also nichts wie los. Und wie schön die Gegend ist – schwungvoll hügelig mit kleinen Dörfern und Weilern, eingebettet in Bananen-, Kaffee-, Ananas- und Maishainen, die Bevölkerung tüchtig und mit einfachen Mitteln arbeitend, meistens alles von Hand, die kurvige Strasse mal eng und steil, dann wieder mit traumhafter Weitsicht. Vielleicht ist es kilometermässig eine Abkürzung, zeitlich jedoch sicher nicht. 200m vor der Hauptstrasse müssten wir eine kleine, halb eingebrochene Brücke passieren. Kleinautos und Motorräder überfahren sie sorgenfrei, aber wir befürchten, mit unseren 3,5t die Brücke zum Einsturz zu bringen. Zum Glück ist unser Toyota kräftig und wir nehmen den Weg durchs Wasser.

Internet sei Dank treffen wir in Copán Karin und Andi. Sie sind seit November auch wieder südwärts unterwegs. Da sie El Salvador aus Zeitgründen auslassen, überqueren sie die nahe Grenze von Guatemala kommend. Es ist schön die beiden Wiederzusehen, und wir gedenken, nach den hier letzten Mayaruinen, für einige Tage gemeinsam weiter zu reisen.

Die Einheimischen schwärmen vom Thermalbad nähe Garcias, der einstigen Hauptstadt Honduras, das wäre doch was zum plantschen und wenn möglich auch gleich zum Übernachten. Ganz nett ist es. Die vielen leicht behinderten meist jungen Mensch fallen auf – könnte dies Folge von Inzucht sein? Uns fallen die verschiedensten Menschentypen auf: Mischungen aus Indigenen, sehr dunkelhäutigen Indigenen, Mayas, Weissen, Schwarzen, karibischer Herkunft, hellhäutigen… Die kennengelernten Menschen in El Salvador sprühten vor Lebensfreude, waren neugierig, sofort bereit zu Plaudern, winkten von der Strasse uns zu… hier in Honduras scheint mir alles distanzierter, gar introvertierter und ernster, aber trotzdem freundlich. Vielleicht täusche ich mich, es ist nur mein persönlicher Eindruck, vielleicht lässt die politische Situation (zZ ruhig) das Volk Vorsicht walten.

Zwei Tage verbringen wir am herrlichen Yojoa-See, lassen uns im schönen Naranjo-Park beinahe von den Mücken fressen und erfreuen uns an einer hervorragenden Vogeltour zu Tagesanbruch. Andi und Karin sei Dank sind wir mit dem Ruderboot nicht allesamt abgesoffen, denn deren Füsse befanden sich in einer immer grösser werdenden Pfütze. Unser Guide behält die Ruhe, steuert das Boot ans Ufer und schlägt ein Stückchen Ast in das Loch – fertig. Ab und zu schöpft Andi während der  nächsten 4 Stunden mit einer halbierten Petflasche das noch einfliessende Wasser ab.

Unser letzter gemeinsamer Ausflug ist die Besteigung des Cerro Azul, ein spitzer Bergkegel mit traumhaftem Nebelwald. Also, es geht nur steil rauf und ebenso runter. Entsprechend müde erreichen wir nach 4 Stunden unseren Schlafplatz, während Karin und Andi samt Wasserfalldusche beinahe 1 Std vor uns am Ziel sind. Trotz Anstrengung war es eine eindrückliche Wanderung mit Regen-, Nebel- und Kieferwald.

Von nun an trennen sich leider unsere Wege. Karin und Andi wollen im Januar ihren Camper zurückverschiffen von Panama nach Deutschland, selber jedoch noch eine Segeltour zu den Galapagosinseln unternehmen. Den Beiden alles Gute! Wir lassen unseren einstigen Plan, die Karibikküste Honduras noch kennen zu lernen, fallen und steuern innert zwei Tagen via Tegucigalpa, der Hauptstatt, die nicaraguanische Grenze an.

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